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Bakterienschleuder Brille? Bis zu 660.000 Erreger tummeln sich pro Quadratzentimeter. Vor allem Ohrenbügel und Nasenpolster sind Sammelstellen für Keime. Manchen Menschen können sie gefährlich werden.

Von der Haut auf die Brille

Wer eine Brille trägt, rückt sie regelmäßig zurecht oder kaut nachdenklich auf dem Bügel herum. So gelangen Bakterien von der Hautoberfläche und den Schleimhäuten auf die Sehhilfe. Wie viele Keime tatsächlich auf Brillen leben, hat nun eine Studie der Hochschule Furtwangen gezeigt.

Für die Untersuchung nahm das Team um Prof. Markus Egert mit sterilen Baumwolltupfern Proben von insgesamt 31 Brillen. 21 gehörten Mitarbeitern der Hochschule, zehn stammten von Bewohnern eines Seniorenheims. Sie untersuchten sieben Partien der Sehhilfen, darunter Gläser, Rahmen und Nasenpolster.

2000 Bakterien pro Quadratzentimeter

„Alle untersuchten Brillen waren bakteriell belastet“, sagt Mikrobiologe Egert. Über alle untersuchten Stellen hinweg waren die Sehhilfen der Hochschulmitarbeiter mit 1.400 Bakterien pro Quadratzentimeter besiedelt, bei den Altenheim-Bewohnern sammelten sich durchschnittlich etwas mehr als 2.000 Keime.

 

Doch es gab auch wahre Hotspots: An einem Brillen-Nasenpolster konnten die Wissenschaftler sogar 660.000 Keime auf einem Quadratzentimeter finden – damit der gemessene Höchstwert. „Am stärksten ist die Keimdichte an Stellen mit direktem Hautkontakt“, sagt Egert.

Schlechter Sehen, weniger putzen

Bei den Bewohnern des Seniorenheims sind die Gläser etwas mehr belastet als bei den jüngeren Universitätsmitarbeitern. Eine Erklärung: „Die altersbedingte Sehschwäche fördert die Verkeimung, weil den Betroffenen Fingerabdrücke oder ähnliche Verschmutzung weniger auffallen“, schreiben die Wissenschaftler. In Folge putzen ältere Menschen ihre Brillen vergleichsweise selten.

Gefahr für Immungeschwächte

Vor allem Bakterien der Gattung Staphylokokken sitzen auf den Brillen. Die Keime kommen bei etwa einem Drittel aller Menschen auf der Haut vor. Gesunden Menschen bereiten sie meist keine Probleme. Doch wenn das Immunsystem geschwächt ist, könne sich die Bakterien ausbreiten. Wundinfektionen, Muskelerkrankungen und schlimmstenfalls eine Blutvergiftung drohen.

 

Brillenputztücher beseitigen Keime

Die gute Nachricht: Feuchte Brillen-Reinigungstücher wischen 94 bis 99 Prozent der Bakterien weg. Auch Reinigungslösungen ohne Alkohol sind ähnlich effektiv. Lediglich das trockene Abwischen der Brille schnitt schlechter ab – nur 85 bis 90 Prozent der Bakterien waren dann verschwunden. Neben den Gläsern sollten Brillenträger also auch die stark keimbelasteten Stellen an Ohren und Nase regelmäßig gründlich putzen, um die unerwünschten Untermieter auf der Brille zu beseitigen.